Die Ego-Shooter Serie „Medal of Honor“ dürfte jedem Gamer bestens bekannt sein, so gibt es doch von keinem anderen Franchise mehr WW2-Shooter als von diesem. Doch dieses mittlerweile leicht angestaubte Image wird nun dem aktuellen Trend folgend neu aufgelegt. Raus aus der Vergangenheit und dem Kampf gegen die Nazis geht es jetzt in die Gegenwart und in die Schlacht gegen die Taliban. Ein Vergleich mit dem aktuellen Genre-Primus „Call of Duty“ bleibt dabei natürlich nicht aus, und die Ähnlichkeit beider Titel ist hier teilweise schon sehr verblüffend.

Singleplayer:
Der Single- und der Multiplayer von Medal of Honor wurden von jeweils anderen Entwicklerteams umgesetzt, und basieren auch auf verschiedenen Game Engines (Unreal Engine für den Singleplayer & Frostbite Engine für den Multiplayer). Alleine schon dadurch ergeben sich gewisse Unterschiede zwischen den beiden Spielmodi, welche den differenzierten Ansprüchen von Single- und Multiplayer Spielern gerecht werden sollen. Die von „Danger Close“ entwickelte Kampagne kann sich durchaus sehen lassen und bietet Spannung sowie Abwechslung. Die Story begleitet euch 2 Tage lang im Kampfeinsatz des US Militärs in Afghanistan, und wechselt dabei zwischen der Elite Truppe (Tier 1) und den Army Rangern hin und her.
Im Intro-Video beginnt natürlich alles mit dem 11. September und den Terroranschlägen auf die USA, die in diesem Spiel wie so oft die unumstrittenen, patriotischen Helden sind. Die Story selbst allerdings handelt nicht unbedingt von Politik oder der Moral des Krieges, vielmehr geht es um die Entschlossenheit der Soldaten zu überleben. Der Einstieg ins Spiel fällt dabei ziemlich leicht, was auch an der gut umgesetzten Steuerung liegt. Die Tastenbelegung ist nahezu identisch mit der aus „Call of Duty“ und auch die Zielhilfe ist bereits bestens bekannt. Neu hingegen ist die Möglichkeit, bereits aus ein paar Metern Entfernung nach einem Sprint in die Deckung zu rutschen und sich auch an dieser vorbeizulehnen, um auf die Gegner zu schießen. Ein sehr praktisches Feature das auch neue Taktiken erlaubt.
Absolut positiv fallen die Waffen im Spiel auf. Jede Einzelne sieht nicht nur realistisch aus, sondern verhält sich auch so. Schwere Waffen lassen sich langsamer in Anschlag bringen, haben dafür aber genug Feuerkraft um auch die Deckung eurer Gegner zu durchdringen. Leichte Waffen dagegen sind blitzschnell gezogen und erlauben natürlich auch schnellere Sprints. Ein wirklich hilfreiches Feature ist außerdem, dass ihr neben der Pistole 2 Primärwaffen mit euch tragen könnt, wie z.B. ein MG für den Außeneinsatz und eine Schrotflinte für Gebäude. Als letzter Feinschliff ist dann noch der Sound zu erwähnen, der wirklich zur oberen Spitzenklasse gehört. Der Waffensound könnte nicht authentischer sein und lässt einen schon mal zusammenzucken, wenn eine Kugel an euch vorbeizischt.
Doch leider gibt’s es auch einige negative Punkte in der Kampagne zu erwähnen. Es gibt unglaublich viele gescriptete Szenen, die euch komplett die Kontrolle über das Geschehen nehmen. Beispielsweise könnt ihr wirklich stundenlang in eurer Deckung stehen und auf die Gegner schießen, die einfach solange spawnen, bis ihr über einen bestimmten „Checkpoint“ nach vorne gelaufen seit um die nächste Cutscene zu aktivieren. Weiterer Kritikpunkt sind die Schlauchlevel. Ihr habt an keiner Stelle des Spiels die Möglichkeit, auch nur einen Meter vom vorgegebenen Pfad abzuweichen, selbst wenn nur eine 30cm hohe Mauer im Weg steht. Auch Passagen durch die ihr vor wenigen Momenten noch durchgehen konntet, sind im nächsten Augenblick plötzlich unpassierbar. Leider wurde es auch vermieden, in der Kampagne irgendwelche Experimente einzugehen. Stealth- und Snipermissionen, in Zeitlupe durch die Tür brechen oder aus einer bewaffneten Drohne feuern, all das bietet zwar Abwechslung war aber so auch schon in anderen Spielen vorhanden. Auch die Spielzeit von gerademal 4-5 Stunden fällt hier doch sehr kurz aus
Multiplayer:
Für den Multiplayer zeichnen sich die Battlefield-Macher von DICE verantwortlich, wodurch man doch einiges an Hoffnung für diesen Part des Spiels schöpfen könnte. Doch leider bleiben diese Hoffnungen größtenteils unerfüllt. Das taktische Vorgehen ist hier leider ein ganz Anderes als im Singleplayer, was auch daran liegt, dass einige der Features im Multiplayer nicht mehr vorhanden sind. Das wirklich hervorragende Feature in eine Deckung zu rutschen oder sich an dieser vorbeizulehnen fehlt komplett, wodurch die Spielweise und die Taktik so gut wie keinen Unterscheid zu „Call of Duty“ mehr aufweisen.
Gespielt wird 12 gegen 12 auf verschiedenen Karten, die aber alle irgendwie gleich aussehen. Vor jedem Spawn kann aus einer von drei Klassen ausgewählt werden: Soldat, Special Ops oder Sniper. Jede Klasse verfügt über eigene Ausrüstung, Waffen und Perks. Durch das Sammeln von XP schaltet man für jede Klasse einzeln neue Waffen und Extras frei. Natürlich gibt es auch Abschussserien sowie Belohnungen für Teamplay, wie Mörser-Angriffe, Luftschläge oder Munition. „Modern Warfare“ Spieler werden hier nichts Neues entdecken. Insgesamt stehen nur vier verschiedene Spielmodie zur Auswahl: Team Assault (Team-Deathmatch), Sector Control (Herrschaft), Objective Raid (Sprenkommando) und Combat Mission, wobei letztgenannter auch der Beste Modus ist.
Es gibt weder einen Splitscreen Modus noch einen CoOp-Modus, außerdem stehen alles in allem nur 8 Karten zur Verfügung. Auch eine Kill-Cam sucht man vergebens, obwohl diese dem Multiplayer wirklich sehr gut tun würde. Denn es wimmelt hier nur so von Campern und Snipern, und die sterberate ist dadurch unglaublich hoch und frustrierend. Da wäre es doch wirklich schön wenigstens zu wissen, von wo man nun schon wieder erschossen wurde. Weiterhin negativ zu erwähnen ist, dass es trotz DICE keine zerstörbare Umgebung gibt. Auch frustrierend ist die Tatsache, dass man ein Spiel am Ende in der Lobby nicht verlassen kann. Man muss hier warten bis das nächste Spiel geladen und gestartet ist.
Fazit:
Der Singleplayer ist gut gelungen und macht durchaus Spaß, ist spannend und abwechselnd, bietet allerdings wenig Neuerungen ist sehr kurz geraten. Der Multiplayer ist solide aber sehr frustrierend und ähnelt in vielen Belangen der „Call of Duty“ Serie, das Setting in Afghanistan unterscheidet das Spiel hier allerdings.




Da kann ich leider nur zustimmen, hatte mich sehr auf das Game gefreut aber mehr als Standardkost ist es nicht geworden…
Es mag zwar nicht wirklich was Neues sein, ich spiel den Multiplayer trotzdem gern. Es stimmt, dass Leute die einfach wild nach vorne stürmen wie in CoD wenig Chance haben, hier muss man eher ruhig spielen. Aber ich mag das und das ist auch mal was Anderes!
Die Messlatte liegt einfach hoch, da dachte man sich lieber gut kopiert als schlecht selbst programmiert…
Also ich hab’s angespielt und mehr als das was man schon kennt wird einem wirklich nicht servierd.
Twiq hat recht. Die Messlatte liegt hoch. Aber sich das spiel für einen Abend aus der Videothek Ausleihen sollte vollkommen ausreichen.
Super Review. !!!!