Mit Need for Speed: SHIFT verpasst EA der Serie einen kompletten Neuanfang. Nachdem der letzte Ableger „Undercover“ eher mäßige Kritiken einfuhr und auch die Vorgänger nicht den erhofften Erfolg einbrachten, geht man jetzt in eine neue Richtung. Die Zeiten von illegalen Rennen gegen die Polizei, heißen Babes und kitschigen Zwischensequenzen sind vorbei. SHIFT liefert euch einen Mix aus Simulation- und Arcade-Racer auf echten Rennstrecken. Im Zuge des Neuanfangs wurde auch erstmals der Entwickler Slighty Mad Studios beauftragt, welcher schon an Titeln wie GTR und GT Legends gearbeitet hat. Wie der Neustart gelungen ist, zeigt der Test.
Wie bei jedem guten Rennspiel ist das Herzstück natürlich der Karrieremodus. Hier gilt es wie so oft, sich als blutiger Neueinsteiger zu beweisen und den Aufstieg in die höchste Rennklasse zu bewältigen. Euer Ziel ist die NfS World Tour. Zu Beginn dürft ihr mit einem Leihwagen ein paar Runden auf einer Teststrecke drehen. Hierbei wird euch aufgrund der fahrerischen Leistungen eine Empfehlung für die Einstellungen der Fahrhilfen sowie der Gegner-KI vorgeschlagen. Ob ihr diese Empfehlungen annehmt, bleibt euch überlassen.
Weiter geht’s mit den ersten Rennen. In noch eher langsamen Gefährten gilt es hier, durch gute Platzierungen ein möglichst hohes Preisgeld zu gewinnen, um euren Fuhrpark zu erweitern. Insgesamt steht eine Auswahl aus ca. 50 Fahrzeugen namhafter Hersteller wie BMW, Audi, Mazda oder auch Lamborghini zur Verfügung. Die Fahrzeuge sind allesamt mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet und sehen wirklich fantastisch aus.
Neben den klassischen Rennen gilt es auch, sich in Zeit- und Driftrennen zu beweisen. Zwischendurch wird man auch hin und wieder zum Duell gefordert. Hier habt ihr nur einen Gegner mit dem Ziel, einen bestimmten Vorsprung zu erfahren oder einfach vor ihm ins Ziel zu kommen. Diese Duelle sind immer extrem spannend und fordern euch einiges ab. Gefahren wird entweder in einem Auto aus eurem Fuhrpark oder einem vom Hersteller gesponsertem Gefährt. Die Schwierigkeit der Rennen steigt mit dem Spielfortschritt und der Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemächlich an.
Neben dem Preisgeld kann man während der Rennen auch Sterne sammeln. Diese bestimmen gleichzeitig eure Stufe und werden benötigt, um neue Events freizuschalten. Sterne erhaltet ihr durch das Lösen verschiedener Aufgaben. Landet auf dem Siegerpodest, fahrt eine perfekte Runde, unterbietet eine vorgegebene Rundenzeit, erreicht einen bestimmten Top-Speed und vieles mehr. Desweiteren werdet ihr aufgrund eures Fahrstils in ein Level- und Punktesystem eingeteilt. Hierbei wird der Fahrstil während des Rennens in den Bereichen Aggression und Präzision bewertet. Je nachdem, wie ihr eine Kurve meistert, ein Überholmanöver bewältigt, die Ideallinie einhaltet, den Start meistert oder Gegnerkontakte sucht, werdet ihr eingestuft und entwickelt euch entweder zu einem präzisen oder aggressiven Fahrer. Euer Fahrerlevel steigt so immer weiter an und schaltet Extras wie Vinyls oder Lackierungen frei.
Fahrzeuge & Rennfeeling:
Wie bereits erwähnt, sehen die Fahrzeuge allesamt fantastisch aus. Doch nicht nur das Äußere, auch beim Fahrzeuginnenraum hat man sich enorm ins Zeug gelegt. Ob Lenkrad, Armaturen, Sitze oder Instrumente, alles gleicht dem Original bis ins Kleinste. Déjà-Vus bleiben hier garantiert nicht aus. Selbstverständlich gibt es daher neben den klassischen Ansichten auch eine Cockpit-Ansicht. Diese ist nicht nur wegen der Grafik, sondern auch wegen des Fahrgefühls, wärmstens zu empfehlen. Das Geschwindigkeits- sowie das Fahrgefühl sind hier mit Abstand am beeindruckensten. Dieses Feeling wird von der Kamera noch zusätzlich verstärkt, wenn man beim Fahren über Gras so richtig durchgeschüttelt wird oder der Bildschirm bei hohen Geschwindigkeiten leicht verschwimmt.
Für Tuning ist im Spiel natürlich auch gesorgt. Upgrades, visuelles Tuning und Fahrzeugeinstellungen stehen zur Verfügung. Upgrades stehen in 5 Kategorien bereit und sorgen dafür, dass ihr auch in höherklassigen Rennen noch gut mithalten könnt. Im visuellen Bereich dürft ihr den Lack ändern, Vinyls aufkleben, Felgen ändern oder eines der vorgefertigten Stylingpakete einsetzen. Bei den Fahrzeugeinstellungen könnt ihr euch um Reifendruck, Differential, Übersetzung und vieles mehr kümmern. Profis können sich hinter munter austoben.
Das Fahrverhalten ist eine gelungene Mischung aus Simulation und Arcade. Die Wagen lassen sich dank der zahlreichen Fahrhilfen an jeden Geschmack anpassen und kontrollieren. Was Lenkverhalten, Beschleunigung und Kurvenfahrten angeht, wirkt alles realistisch und variiert zwischen den Fahrzeugen und Fahrzeugklassen. Ein sehr gelungener Kompromiss aus Realismus und Spielbarkeit. Auch die Rennstrecken sind sowohl grafisch als auch von den Begebenheiten erstklassig gestaltet. Auf namhaften Strecken wie dem Nürburgring oder Laguna Seca fühlt man sich sofort heimisch.
Fazit:
SHIFT ist das zurzeit wohl intensivste Rennspiel. Kameraeffekte und die hervorragende Cockpit-Perspektive vermitteln Tempo und Härte und sorgen für ordentlich Adrenalin. Die Gegner-KI ist gut ausbalanciert, kämpft immer um die Plätze mit, macht aber auch Fahrfehler. Durch die vielen Einstellungsmöglichkeiten ist von Arcade bis Simulation viel möglich und bietet somit sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Rennfahrern Motivation und Herausforderung. Für alle Rennspiel-Fans absolut Pflicht!





Du haust ja einen Test nachdem anderen raus
Ich warte immer noch auf GT5, bei shift ist mir die Auswahl an Wagen zu klein, denn genau wegen den geilen Karren kauf ich ein Rennspiel.
Die Fahrzeugauswahl ist wirklich das einzige Manko ja…da hat GT um einiges mehr zu bieten!