Battlefield Bad Company 2: Review

Gespeichert in: Reviews von Kurintor - 8. März 2010 um 19:48 Uhr

Endlich ist es soweit! Nach anderthalb Jahren Entwicklung steht nun Battlefield Bad Company 2, Nachfolger des soliden aber nicht überragenden Battlefield Bad Company, in den Händlerregalen. Nach den Protesten zu Bad Company seitens der PC-Gamer, die sich über die Konsolenexklusivität des Spiels beschwerten, hat sich DICE erbarmt und Bad Company 2 auch für den PC entwickelt. Diese unterscheidet sich von der Konsolenfassung darin, dass bei Onlinespielen 32 statt 24 Spieler das Schlachtfeld unsicher machen. Ausserdem hat sie dedizierte Server. Für dieses Review wurde selbstverständlich die PS3-Version getestet.

Wo ist das Gold hin?

In Bad Company desertierten die 4 Soldaten der B-Company, Sargeant Samuel Redford, Terrence Sweetwater, Gordon Haggard und der vom Spieler gesteuerte Preston Marlowe aus der US-Army, um dem Gold eines Söldners nachzujagen. Die Story war auf die schlampige B-Company zugeschnitten. Immer wieder waren die humorvollen Sprüche deiner Squadkameraden zu hören. Sweetwater und Haggard zankten sich inmitten feindlicher Soldaten, Missgeschick folgte auf Missgeschick. Die Story war ebenfalls gespickt mit sarkastischen Bemerkungen und Momenten. Doch all das wurde für Bad Company 2 über den Haufen geworfen. Die Ausnahme bildet der Humor der B-Company.

Im neuen Teil bist du mit deinem Squad wieder Mitglied in der US-Army. Stationiert im kalten und ruhigen Alaska, will Sargeant Redford (wieder mal) seine letzten paar Tage in der Army über die Runden bringen. Doch mit der Ruhe und den Ferienplänen ist es bald vorbei, denn die Russen wollen die USA und den Rest der Welt mit einer Skalarbombe zum aufgeben zwingen. Hier ist deutlich der Einfluss von den beiden Modern Warfare Teilen zu spüren. Ihr wisst schon: Das Schicksal der Welt liegt in deinen Händen, bla, bla. Die Inszenierung kommt aber nicht ganz an MW2 ran. Das liegt vorallem daran, dass immer vor den ziemlich packenden Zwischensequenzen der Bildschirm kurz schwarz wird. Vermutlich wird die Sequenz währenddessen geladen, aber ein flüssiger Übergang wäre doch wünschenswert. Auch ist das Spiel deutlich ernster als sein Vorgänger. In erster Linie ist natürlich das neu vorhandene Blut dafür verantwortlich. Ausserdem sieht man in vielen kleinen Zwischensequenzen oder Scriptevents, die während dem Spiel stattfinden, wie einer deiner Squadkameraden einen Gegner hinterrücks mit dem Messer überwältigt und die Kehle aufschneidet.

Diese und andere Scriptevents haben aber ihren Preis: die Levels sind längst nicht mehr so groß wie in Bad Company. Grösstenteils hab ihr zwar immer die Freiheit zu entscheiden, wie ihr diese Basis oder diesen Aussenposten einnehmt, an bestimmten Punkten werdet ihr aber auch durch Schlauchlevels geschickt. Die Kampagne hat insgesamt 13 Level. Alles in allem werdet ihr, je nach Schwierigkeitsgrad und Spielweise, etwa 8-9 Stunden mit der B-Company unterwegs sein. Der Wiederspielwert könnte höher sein, immerhin könnt ihr im jeden Level eine gewisse Anzahl M-Com Stations zerstören, was Trophys bringt. Ausserdem könnt ihr noch die verschiedenen Waffen aufsammeln. Wenn eine Waffe einmal aufgesammelt wurde, kann sie an jeder Versorgungskiste ins Inventar aufgenommen werden. Praktisch ;)

Keine Tür? Dann mach dir selbst eine!

Die Story gewinnt also sicher keine Preise, sie ist auf einem ähnlich (niedrigem) Niveau wie die von Modern Warfare 2. Was sich aber signifikant verbessert hat, ist die Spielmechanik. Ihr könnt 2 verschiedene Waffen und dazu 1 Gadget mit euch tragen. Die mit Sicherheit spielbewegendste Neuerung ist die Frostbite Engine 2.0. Die Frostbite Engine wurde in der Version 1.0 in Bad Company eingesetzt. Durch sie war es möglich, einen Grossteil der Umgebung mithilfe von Explosivgeschossen zu zerstören, die Häuser liessen sich also richtiggehend durchlöchern.

Mit der Version 2.0 können die Häuser nicht nur durchlöchert werden, sondern sie fallen, genügend grosse Beschädigung vorausgesetzt, auch in sich zusammen und begraben alle Gegner unter sich. Dies sorgt dafür, dass ihr euch nicht einfach verschanzen könnt, sondern nach einer gewissen Zeit die Deckung wechseln müsst. Auch die Mikro-Destruction wurde erheblich verbessert. Es lassen sich nun mehr kleine Teile von Gegenständen abschießen, sodass das ganze Schlachtfeld glaubwürdiger wirkt.

Taxi gefällig?

Ein weiterer Punkt, der die Battlefieldserie von anderen Shootern unterscheidet, ist der große Fuhrpark. Es können weiterhin leichte und schwere Panzer, Jeeps, Helikopter und Boote gesteuert werden. Neu dazugekommen sind der Flugabwehrpanzer, welcher ein Flugabwehrgeschütz spazieren fährt, der Blackhawk, ein Transporthubschrauber mit 2 seitlich montierten Miniguns, ein leichtes und damit schnelles Quad und dessen aquanautisches Gegenstück, der Jet-Ski, welche beide für schnelle Flankenangriffe prädestiniert sind.

Alle diese Fahrzeuge lassen sich in der Kampagne und dem Multiplayer steuern. Die verbesserte Mikro-Destruction leistet auch bei den Fahrzeugen gute Arbeit. Bei entsprechender Beschädigung fallen Teile der Aussenverkleidung ab. Auch die Hitzones, insbesondere bei den Panzern, wurden verbessert. Wo ihr den Panzer trefft hat jetzt mehr Auswirkungen auf den Schaden den ihr verursacht. Trefft ihr in vorne, braucht ihr locker 2-3 Rpg-Raketen mehr um das Ding in seine Einzelteile zu zerlegen. An den Seiten macht ihr schon erheblich mehr Schaden, den meisten aber am Heck.

Das Herzstück

So, lassen wir die Beilage mal Beilage sein und kommen zum Hauptgericht von Bad Company, welches auch noch das Dessert beinhaltet, dem Multiplayer. Zuerst zu den grundlegenden Änderungen. Jede Klasse hat jetzt eine Primärwaffe in Form einer Pistole, von denen es insgesamt 7 gibt. Von den 5 Klassen aus dem ersten Teil wurde eine gestrichen, nämlich der Spezialist. Aber keine Sorge, dessen Primärwaffen, die Maschinenpistolen, wurden dem Ingenieur in die Hände gedrückt, welcher vorher mit Schrotflinten unterwegs war. Zu denen später mehr.

Der Ingenieur ist auf Fahrzeugabwehr spezialisiert. Er trägt wahlweise einen Raketenwerfer oder Fahrzeugabwehrminen bei sich. Ausserdem besitzt er ein Repairtool, mit dem er die eigenen Fahrzeuge reparieren kann.

Dann gibt es da noch den Sturmsoldaten, die Pfeilspitze jeder Offensive, der Allrounder. Der Sturmsoldat trägt ein Sturmgewehr als Waffe bei sich, welche mit drei verschiedenen Untersätzen ausgerüstet werden kann: Der 40mm-Granatwerfer, der Rauchgranatwerfer und der Schrotflintenuntersatz. Ausserdem kann er noch Munitionskisten verteilen und damit dafür sorgen, dass der Front die Munition nicht ausgeht. Denn anders als in Bad Company könnt ihr eure Munitionsvorräte nicht an fest platzierten Kisten auffrischen, das geht nur über die Päckchen des Sturmsoldaten.

Weiterhin gibt es noch den Medic. Seine Hauptaufgabe in einem Squad ist die Kameraden mit seinen Healthpacks schneller zu heilen als es die neue Autoregeneration kann und diese mit dem Defibrilator sogar wiederzubeleben. Im Notfall kann dieser auch als Waffe eingesetzt werden, denn der Stromstoss ist für Lebende tödlich.

Last but not least, der Aufklärer. Er agiert eher unentdeckt und dünnt die gegnerischen Reihen mit seinem Snipergewehr spielentscheidend aus. Mit seinen Bewegungsmeldern leistet er aber auch im Nahkampf wichtige Unterstützung. Ausserdem trägt er entweder C4 oder ein Fernglas bei sich, welches Mörserschläge anfordern kann. Doch das ist noch nicht alles: Zusätzlich zu den Klassenspezifischen Waffen gibt es noch sogenannte Universal-Waffen. Diese können von jeder Klasse als Primärwaffe getragen werden. Unter diese Kategorie fallen die Schrotflinten, die beiden WW II Waffen (M1 Garand, M1A1 Thompson) und das M14.

Zusätzlich gibt es in BFBC2 nun auch Perks. Diese sind aufgeteilt in Klassenspezifische, Universelle und Fahrzeugspezifische. Für jede Klasse gibt es 2 zusätzliche Scopes zum Freischalten, das Reflexvisier und das 4x-Zoom-Scope. Der Aufklärer kann zusätzlich noch ein 12x-Zoom-Scope freischalten. Dann gibt es für jede Klasse ein „Waffentraining“. Dieses verbessert die Zielgenauigkeit. Die Universellen Perks beinhalten allgemeinere Dinge, wie z.B. stärkeren Schutz, mehr Munition, mehr Explosivmunition etc. Die Fahrzeugperks verbessern die Panzerung, den Schaden oder fügen eine Sekundärwaffe für den Fahrer hinzu.

All diese Klassen und Fähigkeiten kommen in 4 verschiedenen Multiplayermodi zum Einsatz. Rush und Conquest sind schon aus dem ersten Teil bekannt. In Rush muss das Angreiferteam mithilfe von Explosivgeschossen und Sprengsätzen die beiden M-Com Stations zerstören, haben dafür aber nur eine begrenzte Anzahl Wiedereinstiegstickets zur Verfügung. Diese auf Null zu bringen ist genau die Aufgabe der Verteidiger, welche unbegrenzt sterben können. Sind die Stations zerstört, geht’s zum nächsten Paar ein bisschen weiter entfernt. Im Conquestmodus muss dein Team verschiedene Flaggenpunkte einnehmen und verteidigen. Hier hat jedes Team eine bestimmte Anzahl an Tickets. Die neuen Modi, Squad Teamdeathmatch und Squad Rush, werden in 4 Squads gespielt. In Squad Teamdeathmatch treten die Squads gegeneinander an und versuchen jeweils 50 Kills zu erreichen. In Squad-Rush verteidigt ein Squad die Kisten, das andere muss sie zerstören.

Ein Stück Programmierkunst

Wie bei jedem Spiel, kommt man auch bei BFBC2 nicht herum etwas über die Grafik zu sagen. Diese ist, wenn man die Rechenleistung miteinbezieht, welche die Frostbite Engine 2.0 sicherlich benötigt, mehr als gut. Zwar sind in den Häusern nicht gerade viel Details wie Kaffetassen, Computer oder so zu sehen, für ein paar Tische, Stühle oder Kaminfeuer reicht es aber meistens. Besonders schön sehen aber die Dschungellevel aus. Diese muten mit ihren dichten Blattwerk beinahe zu Spaziergängen ein, wäre da nicht das allgegenwärtige, in den Ohren schallende Geräusch krachender Schüsse.

Apropos Ohren, diese kommen in Bad Company 2 echt auf ihre Kosten! Der Sound ist, gelinde gesagt, die Wucht! Seien es die Panzergeschosse ,die über euch hinwegzischen, oder Sniperschüsse, die euch nur knapp verfehlen. Besonders beeindruckend klingt es, wenn ihr eure Waffen in einem Haus abfeuert. Das Nachhallen sorgt schon fast für Gänsehaut. Hier hat DICE echte Arbeit geleistet. Überraschend sind die vielen kleinen soundtechnischen Details. Auf der Multiplayermap „Islas Inoncentas“ mit ihren herbstgefärbten Blättern beispielsweise hört man das Zwitschern der Vögel, wenn ihr durch die kleinen Wäldchen wandert (oder in Snipermanier campt^^).

Fazit

Mit Battlefield Bad Company 2 hat DICE den Vorgänger um Längen übertroffen. Alles wirkt ein bisschen runder und besser. Allenvoran natürlich die Frostbite-Engine. Das jetzt ganze Häuser dem Erdboden gleich gemacht werden können sorgt für mehr Action und Spannung. Der Singleplayer hat in Sachen Inszenierung und Härte der Gefechte einen großen Schritt nach vorne gemacht, büßte aber leider teilweise die Einzigartigkeit des Vorgängers ein. Die kurzen Schlauchabschnitte tun der Kampagne gut. Auch der Slapstickhumor wurde reduziert, ist aber glücklicherweise noch vorhanden. Der Multiplayer hingegen macht meiner Meinung nach fast alles richtig. Die Maps sind logisch aufgebaut und sehen toll aus, insbesondere die Dschungelmaps, welche mit ihren vielen Deckungsmöglichkeiten für spannende Gefechte sorgen. Das Balancing der Waffen ist richtig gut gelungen und keine Klasse ist übermächtig. Das Einzige was mich ein bisschen stört, ist die relativ geringe Anzahl an Punkten, um den nächsten Gegenstand freizuschalten. Wer die PS3-Beta gespielt hat weiß, dass für die letzten Waffen der jeweiligen Klassen teilweise bis zu 150.000 Punkte nötig waren. Jetzt sind es noch so um die 45.000. Ca. 60.000 Punkte für die letzte Waffe bei jeder Klasse wären meiner Meinung nach genau richtig, dies wird sich aber leider nicht mehr ändern. Ansonsten ist Bad Company 2 ein richtig gutes Spiel. Absolute Kaufempfehlung für alle, die etwas für Shooter übrighaben. Wer nur auf den Singleplayer aus ist, sollte einen Kauf allerdings nochmal überdenken.

18 Antworten zu “Battlefield Bad Company 2: Review”

  1. Marc sagt:

    Klasse Review! Bin zwar ein Modern Warfare zocker, aber ist eine sehr nette Abwechslung dazu. Spielt sich nämlich schon sehr “anders”, gefällt mir!

  2. Mr.X sagt:

    Ich finde der Humor hat im Vergleich zu Teil 1 nicht wirklich abgenommen. Ist immer noch herrlich witzig :cool:

  3. Crabbs sagt:

    Wird noch gekauft, wenn die Kasse wieder stimmt :mrgreen:

  4. Kurintor sagt:

    @ Mr.X schon klar ist er noch da(vorallem geil ist die Sequenz mit den Quads im Dschungel :mrgreen: ), aber vorallem zu Beginn ist er weniger präsent. Auch wirken die Charaktere ernster und geradliniger und auf den anderen Moment wieder vollkommen spassig und locker(empfinde ich wenigstens so^^) . Hmm, sollt ich vielleicht noch ergänzen…

  5. Double_S sagt:

    Gute Review, dem kann ich nur zustimmen. Im Multiplayer bin ich noch etwas überfordert, hab aber auch noch nicht allzu lang gespielt

  6. Headset sagt:

    Ich musste bei den Sprüchen der Jungs auch immer wieder lachen! Einfach klasse :mrgreen:

  7. Urkel sagt:

    Hab meins gestern bekommen. Was ich gut finde ist, dass sich die Installation in Grenzen hält. Knappe 600MB Speicher werden benötigt, andere Spiele brauchen ja bis zu 5GB! :shock:

  8. Dizzy sagt:

    Modern Warfare ist nach wie vor um einiges besser! Vor allem bei der Steuerung

  9. Kikky sagt:

    Battlefield hat eben seinen eigenen Stil, und das ist auch gut so!

  10. choceur sagt:

    Ganz solides Game, der Singleplayer ist allerdings sehr kurz geworden!

  11. Mister.Peanut sagt:

    Die Steuerung geht mir beim Laufen oder Fahren mit Fahrzeugen schon tierisch auf die Nerven :evil:

  12. Pete sagt:

    Finde es lustig, dass jedes Fahrzeug das man zerstören muss, zufällig rote Explosionsfässer geladen hat :mrgreen:

  13. Lex sagt:

    Spitzen Review Kuri! Freu mich schon auf den MW2 – BC2 Vergleich! :cool:

  14. Cheese sagt:

    Ich hab sowohl MW2 als auch BC2 und spiele beide Games gern. Wären sie sich zu ähnlich, wäre eines der beiden ja überflüssig!

  15. Ingo sagt:

    Teil 1 war gut, wenn Teil 2 noch besser ist hol ichs mir wohl auch noch.

  16. Kurintor sagt:

    @ Cheese WORD. Kann ich nur unterschreiben! ;-)

    @ Ingo Das Gesamtpaket ist sicherlich besser als Teil 1, leider hat der Singleplayer nicht die gleichen Fortschritte gemacht wie der Multiplayer. Die Inszenierung und das Mitten-drin-Gefühl sind nun zwar stärker und besser, aber auf Kosten von ein paar typischen Merkmalen des ersten Teils. Aber wie schon im Review geschrieben, wer auch auf Multiplayer steht, sollte zugreifen.

  17. BDU2010 sagt:

    Einfach genial, war bisher nur Counter Strike und Day of Defeat vom PC gewohnt und da ist das mal ne Welt an unterschieden, hammer Grafik, rießen Karten und saugeile Kampfsimulation. Absolut empfehlenswert und jeden teuren Cent Wert!!!

    Lg. BdU

  18. theboozzkiller sagt:

    wie kriege ich die m1 garand ich war auf der webseite und alles auf englisch kann mir dass bitte jemand erklären :smile: :?:

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